Mittwoch, 5. Oktober 2011

Freeware: Price of Peril

Price of Peril

Wir blicken zurück ins Jahr 1988: Michael Bernd Schmidt reicht seinen für den C64 programmierten Beitrag bei der Zeitschrift "Input 64" ein und gewinnt damit den ausgeschriebenen Wettbewerb. "Price of Peril" lautet der Titel des ursprünglich in besagtem Magazin veröffentlichten Science Fiction-Abenteuers, das inzwischen vom Autor zum kostenlosen Download angeboten wird. Heute ist der Mann übrigens hierzulande eine Berühmtheit, was aber eher mit seiner Musikkarriere zusammenhängen dürfte. Sein Künstlername ist Smudo und sein einziges Werk dieser Art möchte ich an dieser Stelle in Augenschein nehmen. Vorher sei noch angemerkt, dass es sich hierbei für mich um eine Premiere handelt, denn es ist das erste Textadventure (mit Grafiken), das in meinem Blog thematisiert wird.

Im Jahr 2013 ist freiwilliger Selbstmord gesetzlich erlaubt. Die Folge davon sind Fernsehshows, bei denen man vor laufender Kamera von Schwerverbrechern heimgesucht und beschossen wird. Somit schlüpfen wir in die Rolle eines solchen Medienopfers und müssen uns der grausamen Jagd aussetzen. Wir starten in unserer Wohnung, als gerade eine New Yorker Straßenbande gegen unsere Tür hämmert. Parallelen zum Filmklassiker "Das Millionenspiel" sind kaum zu übersehen, allerdings basiert dieses ebenso auf der Vorlage, nach der Smudos Textadventure geschaffen wurde, nämlich auf der Kurzgeschichte "The Prize of Peril" von Robert Sheckley. Nun werden wir aus einem tragbaren Fernseher heraus angewiesen, was wir ungefähr zu tun haben um uns in Sicherheit zu bringen und müssen dabei auch unsere eigenen Gehirnzellen anstrengen. Die Speicherfunktion sollte häufig genutzt werden, denn wir können uns eigentlich nach beinahe jeder falschen Texteingabe den Tod holen. Die Ganoven sind uns stets auf der Spur und somit müssen wir so lange vor unserem Feind flüchten, bis wir ihn abgehängt haben. Der nicht sehr ausführliche Spielverlauf ist stark linear und insgesamt eher arm an richtigen Rätseln. Vielmehr besteht die Aufgabe darin sich mit den korrekten Aktionen geschickt vor den Verfolgern zu schützen. Kommentare zur Grafik kann man sich wohl sparen, zumal es in manchen der rund 15 Szenenbildern schwer ist überhaupt etwas zu erkennen, wobei die Einführungstexte ja die wichtigen Details eines Raumes zusätzlich benennen. Außerdem sollte man das Entstehungsjahr von "Price of Peril" fairerweise nicht aus den Augen verlieren. Der Parser erweist sich nicht als sonderlich intelligent. So können wir zum Beispiel nicht "Nimm TV", sondern nur "Nehme TV" eintippen. Vielleicht sollte man deswegen vorher die Anleitung im Verzeichnis der Download-Version einstudieren, da man im Spiel schnell sterben und daher nicht ewig nach dem zutreffenden Befehl suchen kann.

Die zahlreichen Tode sind in "Price of Peril" bereits ein festes Stilmittel. Die eigentlichen Rätsel halten sich zwar in Grenzen, aber dafür ist man durchgängig damit beschäftigt rechtzeitig den korrekten Zug zu wählen um seinen Feinden zu entrinnen. Die SF-Literaturadaption ist meiner Ansicht nach gerade im Sinne des Gameplays durchaus gelungen.

Produzent: Smudo (P.A.A.S.), Vetrieb: Heise-Verlag
Jahr: 1988

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